Am Dienstag hat uns ein Freund von uns auf einen Ausflug nach Tondo mitgenommen. Tondo ist so ziemlich der schlimmste Slum Manilas, hier leben wirklich die Ärmsten der Armen. Nachdem wir den Vormittag auf einer Verkaufsmesse (hier Bazaar genannt) der hier ansässigen US-amerikanischen Frauen verbracht und voller Freude geshoppt haben, war dies wirklich ein Kontrastprogramm. Schon als wir in das Viertel gekommen sind, mussten wir erstmal schlucken, so ärmlich sahen die Behausungen aus. Eigentlich haben die Bretter- und Pappverschläge, die wir dort gesehen haben, den Namen “Haus” gar nicht verdient. Als wir die Autofenster runtergemacht haben, um ein paar Fotos zu schießen, ist uns ein wahnsinniger Gestank entgegengeschlagen – Tondo ist dafür bekannt, dass seine Einwohner von der Müllverwertung leben. Überall waren Säcke voller Müll, in denen Männer, Frauen und auch (kleine) Kinder gekramt haben, um ihr Auskommen zu finden.
In Tondo haben wir uns dann zwei Projekte angeschaut: Zunächst eine im Bau befindliche Schule, die von einer britischen Stiftung gefördert wird. Diese Schule soll bis 1000 Schüer unterbringen können. Interessant ist, dass sie aus alten Containern gebaut wird, wir sind gespannt, ob sie im Dezember, wenn sie fertig gestellt werden soll, wirklich so aussieht wie die Bauherren sich das vorstellen…
Danach sind wir zur alten Schule derselben Stiftung gefahren und haben dort eine kurze Führung bekommen. Diese Schule kann nur 300 Schüler unterbringen und muss deshalb auch schon Kinder ablehnen. Deshalb ist das neue Gebäude wirklich nötig. Es ist wirklich ein tolles Projekt. Die Kinder können dort kostenlos zur Schule gehen und bekommen auch zwei kostenlose Mahlzeiten am Tag. Nebenbei steuert diese Schule auch ein sogenanntes livelyhood-project: Hier werden den Eltern der Kinder bestimmte handwerkliche Fähigkeiten beigebracht, mit denen sie ein Auskommen finden können. Auch hier spielt der Müll wieder eine sehr bestimmende Rolle – die meisten Sachen, die in diesem Projekt hergestellt werden, sind aus wiederverwertetem Müll entstanden. (z.B. meine tolle neue Tasche, die ihr auf dem einen Foto seht, wurde aus alten Dosenverschlüssen gemacht. Die Leute haben echt super Ideen).
Trotz dieser tollen Projekte geht einem das Umfeld dort natürlich schon ans Herz. Bilder wie die, die wir dort gesehen haben, machen wirklich klar, wie gut man es eigentlich getroffen hat, nur weil man allein schon im richtigen Land geboren wurde. Es war schon irgendwie sehr komisch, nach diesem Ausflug ins sterile Makati zurück zu kommen und wieder in sein sauberes, schönes Häuschen zu gehen. Ein sehr zwiespältiges Gefühl, mit dem wir wohl erst noch umzugehen lernen müssen…