30. August 2009

Wochenende in der Subic Bay

Category: Allgemein,Philippinen,Urlaub — Tina @ 22:31

Am Wochenende sind wir mal wieder dem Mief Manilas entflohen und haben einen Kurztrip von Samstag auf Sonntag in die Subic Bay unternommen. Mit dem Bus gings am Samstagmorgen in Manila los. Die Busfahrt war recht komfortabel und auch hier war entgegen aller Behauptungen der Bus überhaupt nicht völlig unterkühlt. Entweder haben wir eine wahnsinnig verquere Wahrnehmung der “Kälte” oder aber wir hatten bisher sowohl im Kino als auch im Bus Glück, dass die Klimaanlage human eingestellt war…

Nach 3 Stunden Fahrt über die Autobahn waren wir auch schon in Olangapo, eine nicht sehr attraktive Stadt, die vor allem für einschlägige Nachtclubs bekannt zu sein scheint. Von dort aus ging es mit dem Tricycle, einem Motorrad mit überdachten Beiwagen weiter in die Subic-Bay-Freihafenzone. Die Fahrt haben wir richtig genossen, weil wir uns schon die ganze Zeit drauf gefreut haben, in so einem Gefährt mal mitzufahren. In Manila ist das wegen der ganzen Abgase einfach nicht zu machen.

Im Hotel eingecheckt haben wir dann erst einmal die Gegend ein wenig erkundet und waren schon ein bisschen enttäuscht, als wir gesehen haben, dass eigentlich alles nur mit Hotels zugepflastert ist und die vor allem ausschließlich auf koreanische Touris ausgerichtet waren. Man konnte fast kein Schild lesen- alles auf Koreanisch. Wir hatten in einer Freihandelszone irgendwie mehr Geschäfte und Verkäufer erwartet, stattdessen war alles voll mit Karaoke- und Sushi-Bars… Am Horizont konnte man leider auch nur die Kräne des Industriehafens erkennen und insgesamt wirkte alles irgendwie schmuddelig.

Naja, wir haben uns nichts weiter draus gemacht und sind dann in den Ocean-Adventure-Park aufgebrochen, der Park sammelt (angeblich) verletzte Wale und Delfine ein, päppelt sie wieder auf und entlässt sie dann (angeblich) wieder in die Wildnis. Wir hatten also eine absolut tierfreundliche Aufzuchtstation erwartet, die versucht, den Filipinos ein wenig mehr Bewusstsein für ihre Umwelt zu vermitteln. Entsprechend geschockt und enttäuscht waren wir, als wir dann gesehen haben, dass die armen Tiere in kleinen Becken gehalten wurden, die sie dann nur für irgendwelche Shows verlassen durften oder um mit Kiddies auf Fotos zu posieren… Die Seelöwenshow war an sich ganz okay, die Tiere wirkten auch nicht sehr gequält, aber es war schon ein wenig zweifelhaft, dass sie einfach so für die Touri-Bespaßung instrumentalisiert wurden. Andere Shows haben wir uns dann nicht mehr angetan, sondern sind wieder gefahren.

Dummerweise haben wir uns von unserem Fahrer überreden lassen, doch noch den Zoobic Safari Park zu besuchen. Dort sind wir dann erstmal in eine absolute Freakshow geraten, in der Menschen in Tieranzügen und irgendwelche Pseudo-Buschmänner kleine Tänzchen aufgeführt haben. Zwischendrin wurden immer mal wieder Massen von Tieren in Menschenkleidung (der absolute Höhepunkt waren zwei Schweine als Braut und Bräutigam verkleidet) am Publikum vorbeigehetzt. Danach gings weiter auf die “Safari”, riesige Menschengruppen wurden mit Megafonen durch eine Art Zoo gelotst. Die Käfige waren alle viel zu klein und wenn nachtaktive Tiere sich nicht so zeigen wollten, wie die Touristen es gerne hätten, wurde einfach mal ein wenig an ihren Käfig gewummert. Wir hatten schon ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, dass wir diesen Mist auch noch durch unser Eintrittsgeld unterstützen.

Höhepunkt war dann die Tour durchs Tiger-Gehege. Mit großen, lauten Jeepneys ging es nur wenige Zentimeter an den Tigern vorbei, die zusätzlich mit Hühnerfleisch angelockt wurden. Ganz schön krass, so nah an solchen Raubtieren zu sein, aber sicher auch wieder alles andere als tierfreundlich. Besonders ironisch war dann ein Spruch von Mahatma Ghandi über den Toren des Zoos, der besagt, dass man die wahre Größe einer Nation daran erkennt, wie sie ihre Tiere behandelt…in der Tat.

Zurück im Hotel haben wir dann ein Abendessen vorgesetzt bekommen, das gerade mal den hohlen Zahn gefüllt hat. Nachdem wir dann noch auswärts auf der von Koreanern überfüllten Strandpromenade noch einmal zu Abend gegessen haben, sind wir völlig fertig vom frühen Aufstehen (6.00h morgens) in Bett gefallen… und 2 Stunden später wieder aufgewacht. Von der Live-Band, die genau unter unserem Fenster gespielt hat… bis nachts um zwei. Bei “I just can’t get enough” (DOCH!) bin ich dann eingeschlafen. Und wieder aufgewacht, als dann die philippinische Großfamilie im Nachbarzimmer ins Bett gegangen ist, denn ihre Tür hat bei jedem Aufmachen gekreischt wie ein sterbendes Schwein. Das hat die gefühlt 18-köpfige Familie jedoch nicht davon abgehalten, dass jeder einzeln ins Zimmer geht… *grrr*

Am nächsten Morgen sind wir dann wie gerädert von auf dem Gang spielenden Kindern aufgewacht und haben uns auf die Suche nach einem europäischen Frühstück gemacht. (Ich bin wirklich dafür, sich seinem Gastland anzupassen, aber Schweineschulter oder panierter Fisch zum Frühstück sind einfach nicht so mein Ding…) Kläglich daran gescheitert haben wir dann auf Toast mit Butter zurück gegriffen und sind in den Treetop-Kletterpark aufgebrochen. Dafür hat sich dieser Wochenendausflug dann doch noch gelohnt. Gestartet sind wir mit einem Superman-Flug, ca. 150 Meter lang und nur an einem Seil befestigt über den Regenwald und das in 20 Meter Höhe. (siehe Video- das sind zwar nicht wir, aber zumindest kann man sich dann das Ganze vorstellen). Danach gings mit einer Art Sessellift durch die Baumkronen, 40 Meter an der höchsten Stelle. Perfekt wäre es dann noch gewesen, wenn nicht auf der Hälfte der Strecke ein tropischer Regensturz losgebrochen wäre. Nichtsdestotrotz haben wir diesen Ausflug wirklich genossen. Und der Regen tat auch mal ganz gut. Gedanken über seine Sicherheit durfte man sich freilich nicht machen und den rostigen Stahlseilen hat man besser auch keine Beachtung geschenkt. Wahrscheinlich vom TÜV Rheinland geprüft ;)

Nach diesem Wochenende haben wir uns jedenfalls wirklich auf die Rückkehr nach Manila gefreut. Hier haben wir zumindest eine ruhige Wohnung. Und ordentliches Frühstück.

23. August 2009

Kino

Category: Allgemein,Manila,Philippinen — Tobi @ 22:26

Heute waren wir im Kino. Es ist erschreckend günstig hier (2,40€ pro Person). An sich ist das Kino hier nicht sehr viel anders als in Deutschland, nur die Besucher und ihr Verhalten unterscheiden sich deutlich. Es ist hier üblich, sich vor dem Kino mit Massen von Fastfood einzudecken und dies in riesigen Tüten mit ins Kino zu nehmen. Jeder bekommt so einen kleinen Plastiktisch, den man im Getränkehalter neben sich einhaken kann. Demzufolge ist der Geräuschpegel im Kino sehr hoch. Man hört die ganze Zeit ein Rascheln und Schmatzen im Hintergrund. Hier kommt der Film zum Essen und nicht wie bei uns der Snack zum Film ;-)

So kalt wie erwartet war es übrigens gar nicht. Vielleicht hatten wir nur Glück, aber unsere Jacken und Schals konnten in der Tasche bleiben…

22. August 2009

Das alte Manila

Category: Allgemein,Manila,Philippinen — Tina @ 20:59

Um die Stadt, in der wir die nächsten drei bis vier Jahre leben werden ein wenig besser kennenzulernen, haben wir beschlossen, den heutigen Samstag-Morgen für eine Stadtführung zu nutzen. Carlos Celdran, in Manila bekannt als DER Fremdenführer schlechthin, bietet mehrere Touren an, die sich entweder auf die spanische Ära oder die Marcos-Diktatur in den 80er Jahren konzentrieren. Wir haben uns für die Spanier-Tour entschieden.

Um 8.15h morgens ging es los Richtung Intramuros, wo die Touren stattfinden. Intramuros ist sozusagen der Kilometer Null der Stadt Manila. Hier bauten die Spanier nach ihrer Landung auf den Philippinen um 1600 ihre Festung von genau einem Quadratkilometer Größe.  Allerdings darf man nicht denken, dass man hier historische Gebäude betrachtet. Manila war im Zweiten Weltkrieg die zweitmeist zerstörteste Stadt der Welt nach Warschau. Wie auch dort wurde hier also der Großteil rekonstruiert. Einzig eine Kirche hat überlebt. Von vorher 7 (!) Kathedralen in Intramuros wurde nur eine einzige wieder aufgebaut. Trotzdem strahlt dieser Stadtteil einen Charme aus, den man sonst vergeblich in Manila sucht.

Auf der Fahrt nach Intramuros mussten wir feststellen, dass es in der Nacht wie aus Eimern geschüttet haben muss. Stadtteile, die über keine so gute Kanalisation verfügen wie Makati standen knietief unter Wasser (siehe Video). Zum Glück hatten wir einen guten Taxifahrer, der es geschafft hat, uns durch diese Wassermassen zu chauffieren, ohne den Motor absaufen zu lassen.

Endlich, nach 50 min Fahrt in Intramuros angekommen, konnte die Tour losgehen: Unser Guide Carlos ist ein ziemlich schräger Vogel, der es aber wahnsinnig gut versteht, Geschichte mit viel Humor zu vermitteln. Die Tour war sehr ausführlich und es gab einige Überraschungen, z.B. eine spontane Kutschfahrt für die ganze Gruppe (die armen Pferde, bei der Hitze müssen sie fette Amerikaner und Europäer ziehen) und ein typisch philippinisches Dessert am Ende der Führung, bestehend aus gecrushtem Eis, Kondensmilch, Früchten und Zucker. Klingt komisch- schmeckt auch so. Tobi mochte es überhaupt nicht, ich fand es geschmacklich ganz interessant.

Alles in allem war die Tour wirklich sehr gelungen. Wir werden sicher bald auch die Marcos-Tour machen, denn diese Führungen sind eine nette Art, diese Riesen-Stadt kennenzulernen und sie vielleicht mit anderen Augen zu sehen.

Heute Abend gehts dann zum Erholen von der ganzen Kultur ins Kino. Pullover und Schals liegen schon bereit, denn wie wir gehört haben, sind die hier so verrückt und kühlen ihre Kinosäle auf 15°C runter…brr.